Beginnt ein neues Projekt, so kann es immer wieder dazu kommen, dass es nicht zur Zufriedenheit des Kunden oder des eigenen Teams abgeschlossen wird. Die Gründe hierfür scheinen auf den ersten Blick vielfältig zu sein. Aus meiner eigenen Praxis heraus lassen sich die meisten Gründe für das Scheitern von Projekte in fünf Bereiche unterteilen. Beachtet man diese bevor eine Projekt gestartet wird, kann eigentlich nichts mehr schief gehen.

1. Keine genauen Spezifikationen

Ein wichtiger Faktor für den Erfolg eines Projektes sind genaue Spezifikationen. In der Regel sollte schon zum Zeitpunkt der Angebotserstellung klar sein, was hinten rauskommen soll. Die Spezifikationen beschreiben, was im Rahmen des Projekts gemacht wird und vor allem auch was nicht gemacht wird. Die Spezifikationen müssen nicht in einem 100 Seiten Pflichtenheft niedergeschrieben werden. Es geht auch kürzer, z.B. mit einer einfachen Beschreibung oder Stichwortliste. Alternativ dazu kann ein Mockup der Funktionen (z.B. mit Balsamiq) helfen.

Der Umfang des Dokument hängt zum Einen von der Größe des Projektes und zum Anderen vom Kunden ab. Ist auf Kundenseite ein Ansprechpartner mit entsprechender Erfahrung in Webprojekten vorhanden, oder besteht schon eine längere Beziehung zu dem Kunden, kann oft eine längere Beschreibung der einzelnen Funktionen entfallen.

Kein Projekt ohne Spezifikationen.

2. Keine Definition des Zeitrahmens

Eigentlich ist dies eine Selbstverständlichkeit. Trotzdem kann es einem immer wieder passieren, dass zwar z.B. der Gegenstand des Projekts klar umrissen ist, aber keine Festlegungen bezüglich der zeitlichen Umsetzung des Projektes gemacht wurden. Daher kann ich nur den Tipp geben, schon in der Angebotsphase, aber spätestens zu Projektbeginn den Termin für den GoLive mit dem Kunden zu besprechen. Für mich gilt dabei, dass wir mit unserer Aufgabe deutlich vor dem GoLive fertig sein müssen, damit noch genug Zeit für Tests, Bugfixes so wie Content Pflege übrig ist.

Kein Projekt ohne zeitliche Planung.

3. Keine festen Ansprechpartner

Schlimm wird es, wenn einer der Projektpartner keinen festen Ansprechpartner benennen will oder kann. Gerade in heißen Phasen des Projekts (in der Regel der Projektanfang und das -ende) benötige ich beim Kunden eine Person, die auf Kundenseite Anfragen annimmt und weiterleitet so wie Entscheidungen herbeiführt. Das Gleiche gilt natürlich auch für den Kunden. Dieser bekommt von uns einen festen Ansprechpartner für das Projekt genannt.

Kein Projekt ohne vorher festgelegte Ansprechpartner.

4. Keine “mit einer Stimme reden” auf Kundenseite

Ich muss mir sicher sein können, dass der Gegenstand des Projektes von allen Entscheidern auf Kundenseite verstanden wurde und von allen auch getragen wird. Nichts ist schlimmer als eine Abteilung beim Kunden, die vor der Projektvergabe nicht gefragt wurde und versucht, ein laufendes Projekt zu torpedieren. Existiert so eine Gegenströmung bedarf es viel Energie, das Projekt dennoch erfolgreich zu gestalten.

Einigkeit über den Projektgegenstand auf Kundenseite.

5. Keine Ressourcenplanung

Der letzte kritische Punkt kann dramatische Folgen für den Projektverlauf haben. Je nach Größe des Projektes wird dies auf unserer Seite von einem Team von mehreren Mitarbeitern durchgeführt. Um den geplanten GoLive Termin einhalten zu können ist es wichtig, die Kollegen, die in dem Projekt arbeiten sollen, auch zur Verfügung zu haben. Daher gehört eine Ressourcenplanung (auch wenn ich das Wort überhaupt nicht mag) zu einem Projekt dazu.

Kein Projekt ohne Ressourcenplanung.

Was für Erfahrungen haben Ihr gemacht? Welche Fehler haben bei Euch zu einem schwierigen Projektverlauf geführt?

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